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Onlineverkauf in China: Do’s, Dont’s und die häufigsten Fehler westlicher Verkäufer

Wer ist ein Onlineverkaufsgigant und hat vor Kurzem die E-Commerce Supermacht USA überholt? Überraschenderweise ist es nicht ein anderes westliches Land, sondern eines aus Fernost – China.

Laut Forrester im Jahr 2019 werden die Onlineverkäufe in China, unter anderem dank der mobilen Entwicklung, eine Billionen Dollar erreichen.

Die lokale Kaufkraft in China ist wirklich beeindruckend und bietet unvergleichliches Potential. Gleichzeitig arbeitet China in den Bereichen Geschäftsregistrierung, Logistik und Zoll daran, Barrieren abzubauen. Dies vereinfacht den bereits vorhandenen grenzübergreifenden Handel.ecommerce-in-china

In diesem Artikel können Sie sich über die häufigsten Fehler westlicher Onlineverkäufer beim Verkauf in China informieren. Ein Großteil dieser Fehler entsteht durch die einfache Tatsache, dass europäische und amerikanische Verkäufer einfach vergessen, dass es sich bei diesem internationalen Marktplatz um China handelt.

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Die häufigsten Fehler von Ausländern bei Geschäften in China

Denken Sie daran, innerhalb Ihres Geschäftsfeldes zu operieren

Wenn sich eine Firma in China registriert, muss sie die momentanen und zukünftigen Bereiche ihres Geschäftes angeben. Dies bedeutet, dass es Firmen nur erlaubt ist, innerhalb des in der Geschäftslizenz festgelegten Feldes zu operieren. Falls Sie dies missachten, müssen Sie eine Strafe von bis zu einem Jahreseinkommen Ihrer Firma bezahlen.

Wenn Sie denken, dass ein niedriger Umsatzsteuersatz besser ist , dann schauen Sie einmal genau hin

China hat zwei Mehrwertsteuersätze: einen niedrigen (3-6 Prozent) und einen normalen (6-17 Prozent). Geschäfte, die unter einer gewissen Umsatzgrenze liegen, freuen sich eventuell, weil sie den niedrigeren Umsatzsteuersatz zahlen müssen. Die Umsatzsteuer kann in diesem Fall aber nicht zurückgefordert werden.

Hinzu kommt noch, dass Firmen, die dem niedrigeren Steuersatz unterliegen, nur eine bestimmte Anzahl an Rechnungen pro Monat ausstellen dürfen, was das tägliche Geschäft weiter verkomplizieren kann. Im B2B Kontext scheint es daher vernünftiger, sich für den normalen Umsatzsteuersatz zu entscheiden.

Registrieren Sie Ihren WOFE nicht einfach irgendwo

china-onlineverkaufStellen Sie sich vor, Sie müssten darüber entscheiden, in welches europäische Land Sie expandieren. Die meisten Verkäufer würden in Ruhe darüber nachdenken und ihre Entscheidung sorgfältig treffen. Ist das im Falle Chinas genauso? Nein!

China wird in diesem Bereich beliebiger behandelt als Europa oder die USA. Aber auch in Fernost kann es sich entweder um eine einheitliche Region handeln oder man kann von Beziehungen mit den örtlichen Institutionen abhängig sein. Machen Sie sich daher die Konsequenzen und Implikationen Ihrer Entscheidung im Vorhinein klar. So sollten sich beispielsweise regierungsbezogene Industrien eher in Beijing und Finanz- und Güterfirmen eher im Pearl River Delta niederlassen.

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie die gesetzliche Vertretung einer Person vor Ort anvertrauen

Wenn Sie eine rechtliche Vertretung in China haben, der Sie vertrauen, dann tun Sie dies in Maßen. Wenn Sie alle Ihre ganzen Geschäftsentscheidungen delegieren, verlieren Sie eventuell die Kontrolle über Ihr Unternehmen. Setzen Sie daher nicht Ihre Reputation aufs Spiel, indem Sie jemandem vor Ort alles anvertrauen. Diese Person kann eventuell der Versuchung nicht widerstehen, Geschäftsentscheidungen zu fällen, die nicht in Ihrem besten Interesse sind.

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie günstige, lokale Verwaltungsdienstleistungen in Anspruch nehmen

Einige Stereotypen von China haben mit billigen Arbeitskräften zu tun. Dies mag Sie in Versuchung bringen. Schließlich sind die Arbeitskräfte vor Ort um ein Vielfaches günstiger als in Ihrem Heimatland. Es besteht aber immer das Risiko, einer unehrlichen Briefkastenfirma aufzusitzen. Die Konsequenzen sind zu gravierend, um das Risiko einzugehen.

Eine unvollständige und inkorrekte Verwaltung kann zu Untersuchungen der Regierung, teuren Strafzahlungen oder sogar zu einer Ausweisung führen. Wenn Sie also nicht 100 Prozent sicher sind, was Sie kaufen, lassen Sie lieber die Finger von billigen Firmen vor Ort!

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Das oben Erwähnte gilt auch für örtliches Personal auf Managementebene

Es klingt zunächst vernünftig, dass Chinesen vor Ort am besten wissen, wie man in China Geschäfte führt. Und es trifft absolut zu, dass sich in diesem Teil der Welt eine ganz andere Geschäftsrealität als in der westlichen Hemisphäre, vorherrscht. Man braucht also einen anderen Ansatz und ein anderes Verständnis von der Denk- und Geschäftsweise der Menschen vor Ort.

Und dann ist da natürlich noch das Thema Networking. Beziehungen und Verbindungen sind in China extrem wichtig, was sich in dem chinesischen Wort guanxi ausdrückt. Wenn Chinesen mit Ihnen Geschäfte machen, müssen sie Sie vorher treffen und kennenlernen. Ortsansässige sind dabei extrem hilfreich.

Zugegebenermaßen brauchen Sie also Leute vor Ort, um Ihre Firma zu führen.

Falls Sie aber planen sollten, einfach die Mehrheitsanteile zu behalten und den Rest einem chinesischen Direktor zu überlassen, müssen wir Sie warnen.

Was nützt Ihnen die Mehrheit an einem Geschäft, über das Sie keine Kontrolle haben?

Das Management kontrolliert die Firma. Aktionäre haben keine Entscheidungsgewalt, was in China dem Kontrollverlust über Ihr Geschäft gleich kommt. Sie müssen die Kontrolle über den Vorstand behalten, auch wenn dies bedeutet, geringere Anteile zu halten.

Ist die Farbe bei einem Vertragsabschluss wichtig?

in china verkaufenIst sie! Ein Vertrag in China wird meistens mit einem Stempel oder einem Firmensiegel versehen. Vergessen Sie aber nicht die Unterschrift. Um ein WOFE zu starten, braucht man beispielsweise
durchschnittlich 25 Dokumente, 33 Originale, 594 Unterschriften und 297 Stempel .

Hier ist der Haken: bei Unterschriften gibt es einige Auflagen. Eine davon besagt, dass man nur schwarze Farbe benutzen darf. Wenn auch nur ein Hauch von blau sichtbar ist, wird dies den gesamten Prozess verzögern. Nutzen Sie daher schwarze Farbe, wenn Sie ein offizielles Dokument in China unterschreiben!

Ein Firmensiegel oder Stempel ist sehr wichtig

Auch wenn diese Praxis in der westlichen Welt nicht so weit verbreitet ist, ist sie in China ein Obligatorium. Ein Firmenstempel macht das Dokument erst legal. Wenn Sie sicherstellen wollen, einen verbindlichen Vertrag abzuschließen und die Kontrolle über Ihr Geschäft in China behalten möchten, sollten Sie niemals die Macht des Stempels unterschätzen!

Und natürlich… unterschätzen Sie niemals die kulturellen Unterschiede

Die Chinesen sprechen lauter und mit einer höheren Stimme. Dies mag Ihnen vielleicht ein bisschen komisch vorkommen, wenn Sie sich nicht an die Gegebenheiten vor Ort gewohnt sind. Dies ist aber nur ein Beispiel der zahlreichen kulturellen Unterschiede. Wir empfehlen Ihnen, sich über alles genau zu informieren, bevor Sie eine letztendliche Schlussfolgerung ziehen.

China ist eine andere Welt. Wenn Sie wollen, dass Ihr Onlinegeschäft dort Erfolg hat, sollten Sie sich viele Fragen stellen und sich auf die Suche nach den Antworten machen.

Sie werden einiges lernen, wenn Sie sich ausführlich mit dem Fernen Osten beschäftigen. Es gilt eine Menge herauszufinden, bevor Sie den tatsächlichen Schritt in die Expansion wagen.

Um mehr über die Eigenschaften des chinesischen Konsumenten zu erfahren, lesen Sie den Artikel Der richtige Zeitpunkt um chinesische Käufer für Ihren Onlineshop zu gewinnen.

Für weitere Informationen zum Onlineverkauf in China, lesen Sie den Artikel Der revolutionierte Onlineverkauf: Wie Sie hinter der chinesischen Mauer verkaufen können.

Zusammenfassung…Ihr chinesischer Glückskeks

China mag Ihnen als fremdartiges Land erscheinen, aber seine Fremdartigkeit liegt einfach in seiner Andersartigkeit begründet. Sie sollten zunächst immer annehmen, dass die Dinge nicht so sind wie im Westen, auch wenn wir oft von einer Verwestlichung der Welt sprechen.

Der Teufel steckt wie immer im Detail und so kann die Farbe Ihrer Unterschrift über die Rechtskräftigkeit Ihres Vertrages entscheiden. Aber solange Sie sich mit den Details vertraut machen, können Sie auch auf Verträge und Geschäfte vertrauen.

Bleiben Sie also auf dem Laufenden und denken Sie über einen chinesischen Markteintritt nach, wenn Sie dies nicht bereits schon getan haben. Ihre Entscheidung sollte aber nicht auf einem Glückskeks basieren, sondern auf Fakten und Prognosen. Dann wird Sie das Glück auch nicht im Stich lassen.

Der E-Commerce in China wird im Jahr 2019 eine Billion Dollar Umsatz erreichen

Es besteht die Chance einer großen E-Commerce Revolution, ausgehend vom chinesischen Marktplatz. Wenn Sie ein Teil davon sein wollen… dann wünschen wir Ihnen im Jahr des Affen viel Erfolg und hoffen Ihnen dabei helfen zu können, die richtigen Geschäftsentscheidungen zu treffen und Sie auf Ihrem Weg zu unterstützen!

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Quellen

Der revolutionierte Onlineverkauf: Wie Sie hinter der chinesischen Mauer verkaufen können.
Der richtige Zeitpunkt um chinesische Käufer für Ihren Onlineshop zu gewinnen.
www.salessupply.com Online Selling in China in 3 Easy Steps.
http://marketingtochina.com
http://www.1421.consulting/2015/03/8-common-mistakes/